
Was ist die MPU?
Die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) ist ein behördlich angeordnetes Gutachtenverfahren, mit dem geprüft wird, ob jemand nach schweren Verkehrsverstößen oder gesundheitlichen Bedenken wieder geeignet ist, ein Kraftfahrzeug zu führen. Sie besteht aus einem medizinischen Check, einem leistungspsychologischen Test am Computer und einem ausführlichen Interview mit einer Verkehrspsychologin bzw. einem Verkehrspsychologen.
Warum muss ich zur MPU?
Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) ist ein Gutachten nach §§ 11, 13 und 14 FeV, das die Fahrerlaubnisbehörde anordnet, sobald Zweifel an Ihrer Fahreignung bestehen – meist ausgelöst durch eine Alkoholfahrt, einen Drogen- oder Medikamentennachweis, 8 Punkte im Fahreignungsregister, aggressives Fahrverhalten oder bestimmte Erkrankungen.


Wo lege ich die MPU ab?
Für Ihre Medizinisch-Psychologische Untersuchung wählen Sie eine amtlich anerkannte Begutachtungsstelle für Fahreignung. Diese Anerkennung erteilt die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), damit sämtliche Stellen nach einheitlichen Beurteilungskriterien arbeiten und neutral bleiben. (BASt – Listen der MPU-Stellen, BASt – Qualitätssicherung von MPU und Beratung) Die Untersuchung führen ausschließlich speziell ausgebildete Gutachter durch – in der Regel Diplom-Psychologen mit zusätzlicher verkehrspsychologischer Qualifikation, die einer jährlichen Fortbildungspflicht unterliegen. (Ärztliche und psychologische Gutachten – DEKRA, BASt – Qualitätssicherung von MPU und Beratung) Ihre Führerscheinstelle akzeptiert daher nur Gutachten, die von diesen offiziell zugelassenen MPU-Stellen erstellt wurden. (BASt – Listen der MPU-Stellen)
Wann muss ich zur MPU?
Sie entscheiden selbst, wann Sie die MPU machen möchten. Grundsätzlich gilt jedoch: Frühestens drei Monate vor Ende Ihrer Sperrfrist stellen Sie den Antrag auf Wiedererteilung. Damit fordert die Behörde binnen meist zwei Monaten ein MPU-Gutachten (§ 11 FeV). Buchen Sie den MPU-Termin am besten vor dem Antrag, weil beliebte Stellen bis zu acht Wochen Vorlauf haben und das schriftliche Gutachten weitere zwei bis vier Wochen braucht. Benötigen Sie einen Alkohol- oder Drogen-Abstinenznachweis, muss das 6- bzw. 12-Monatsprogramm bereits abgeschlossen sein – sonst platzt die Frist und Ihr Antrag gilt als nicht mitgewirkt.


Wie läuft die MPU ab?
Die MPU dauert in der Regel drei bis vier Stunden und gliedert sich in drei Prüfbausteine: Zuerst füllen Sie Fragebögen zu Lebenslauf und Fahrverhalten aus, anschließend untersucht Sie eine Ärztin bzw. ein Arzt (inklusive möglicher Labor- oder Haarproben bei Alkohol-/Drogendelikten) und Sie absolvieren Reaktions- sowie Konzentrationstests am Computer; zum Schluss führt eine Verkehrspsychologin oder ein Verkehrspsychologe ein ausführliches Gespräch über Delikt, Verhaltensänderungen und Rückfallprophylaxe – die Reihenfolge kann je nach Auslastung variieren.
Was kostet die MPU Prüfung?
Die Kosten einer MPU tragen Sie vollständig selbst – und seit der Preisfreigabe im August 2018 legt jede Begutachtungsstelle ihre Tarife eigenständig fest. Deshalb schwanken die Untersuchungsgebühren heute stark: In der Praxis bewegen sie sich grob zwischen ca. 570 € (reine Punkte-MPU) und rund 880 € (Alkohol + Straßenverkehrsauffälligkeit); Einzelfälle von knapp 1 000 € sind keine Seltenheit. Hinzu kommen Nebenkosten, etwa 100–250 € für den Wiedererteilungsantrag bei der Führerscheinstelle, gegebenenfalls 150–800 € für Abstinenznachweise sowie bis zu 2 000 € für eine freiwillige Vorbereitung beim Verkehrspsychologen und weitere Ausgaben wie Fahrtkosten. Unterm Strich sollten Sie je nach Delikt und notwendigem Nachweisprogramm insgesamt etwa 1 500–3 000 € einkalkulieren – ein gezielter Preisvergleich mehrerer Prüfstellen lohnt sich daher unbedingt.

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